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.„Matt, du solltest ihm möglichst bald einen Bezirk zur Verwaltung geben.“ Berendtsen sagte es unerwartet.Er lächelte über Matts Erstaunen.„Er benutzt sein Hirn.“Matt schnaubte – ein Geräusch, das irgendwie schmerzhaft klang.Das Geräusch, das ein Mann von sich gibt, wenn er etwas verurteilt, was ihm teuer ist.„Das ist hier immer noch eine Republik“, erinnerte ihn Ted.„Mir ist es lieber, wenn er mit mir diskutiert, als wenn er herumsitzt und dumpf vor sich hinbrütet.Er lernt jetzt gerade das Denken.Mit ein bißchen Übung wird er soweit sein, daß er lernt, an seinen Gefühlen vorbeizudenken.Vergiß nicht, daß wir bald dutzendweise Verwalter benötigen.“Matt nickte langsam.Ein wenig von dem verlorenen Stolz auf seinen Sohn kehrte zurück.„Mal sehen.“„Glaubst du, daß er recht hatte?“ fragte Mary und sah ihren Mann ernst an.Jim wandte seinen Blick seiner Schwester zu.Ihre Bemerkung war ganz und gar typisch für sie.Sie saß manchmal für Stunden da, beobachtete und hörte zu, und was in ihrem Kopf vorging, das konnte wahrscheinlich nur Ted Berendtsen erraten.Vielleicht sogar nicht einmal er.Schließlich sagte sie dann vielleicht ein paar Worte, etwa so, wie sie es eben getan hatte.„Heil Berendtsen? Ich weiß es nicht“, gab Ted zu.„Ich glaube eigentlich, nein – aber auf der anderen Seite weiß man es selbst nie, wenn man verrückt wird, oder?“Und Jim konnte noch einen weiteren Blick auf die besonderen Höllen werfen, die Berendtsen für sich selbst reserviert hatte.Als sie Boston erst einmal erreicht hatten, erwies sich das Ganze als leicht.Sie besetzten die Vorstädte, riegelten die Innenstadt ab, und Matt schickte eine kleine Flotte los, um den Hafen zu kontrollieren.Die Nachricht, daß Providence gefallen war, mußte die Stadt schon erreicht haben, denn der Widerstand war sehr schwach.Nicht so sehr die überwältigende Zahl von Berendtsens Streitmacht erzwang die Übergabe, sondern vielmehr das erdrückende Wissen um die blutige Geschichte des letzten Jahres.Zu jener Zeit, als sie Boston erreichten, gewannen die Toten mehr als die Lebenden die Schlachten für Berendtsen.In der Zwischenzeit waren sie zu einer Armee geworden; sie waren nun nicht länger nur der „New Yorker Haufen“, sondern die Vereinigungsarmee.Jetzt marschierten Männer aus Bridgeport und Kingston neben anderen aus Lexington und Concord mit ihnen.Der Infanterie-Unteroffizier James Garvin stand mit seinem Obergefreiten, einem Mann mit hagerem Gesicht, der an einer Pfeife sog, auf einem Hügel und sah dem Aufmarsch der Truppen zu.„Die Vereinigungsarmee“, sagte Drumm, so war sein Name, nachdenklich.„Auch eine von den fast beiläufig brillanten Ideen deines Schwagers.Kein lokaler Aufhänger, sondern mit angenehmen idealistischen Untertönen.Es ist keine Schande, von ihr geschlagen zu werden, weil es ja eine ‚Armee’ ist, und man kann sich selbst viel leichter davon überzeugen, daß man sich ihr anschließen sollte, weil noch das eingeschlossene Ideal ‚Vereinigung’ für sie spricht.Weißt du, mehr und mehr komme ich zu der Überzeugung, daß Berendtsen eines von diesen seltenen Universalgenies ist.“Jim brummte und stopfte sich seine Pfeife mit dem halbfermentierten Tabak aus Connecticut, an den er sich langsam gewöhnte.Er konnte Drumm gut leiden.Seit er sich ihnen anschloß, hatte er sich als ein guter Soldat erwiesen, und außerdem konnte man sich mit ihm irgendwie angenehm unterhalten.„Er bringt’s hervorragend“, stimmte Jim zu.Drumm lächelte leicht.„Eine gelinde Untertreibung.“ Ein nachdenklicher Ausdruck huschte über sein Gesicht, und er drehte sich um und sah zu der Gruppe von Offizieren hinüber, die sich zur Befehlsausgabe um die Gestalt Berendtsens drängte.„Ich frage mich manchmal, was so ein Mann von sich selbst denkt.Ist er sein eigener Held, oder brennt eine Botschaft in ihm? Hält er sich selbst vielleicht nur für einen Mann, der seine Aufgabe erfüllt? Schließt er die Augen vor den Zeichen, die ihm sagen, daß manche von seinen Männern ihn hassen und manche ihn lieben? Versteht er, daß es Männer wie uns gibt, die neben ihm stehen und versuchen, jede seiner Bewegungen zu analysieren?“„Ich weiß es nicht“, sagte Jim.Das war ein altes Thema, und die beiden sprachen immer wieder davon.„Mein kleiner Bruder hat eine Theorie über ihn.“Drumm spuckte am Mundstück seiner Pfeife vorbei.„Hatte eine Theorie – in der Zwischenzeit hat er bestimmt ein weiteres Dutzend entwickelt, oder er benimmt sich atypisch.“ Er seufzte.„Na ja, ich denke, wir brauchen junge Intellektuelle, wenn wir irgendwann wieder mittelalterliche Philosophen haben wollen.Ich wünsche mir nur, daß sich ein paar von ihnen klarmachen, daß sie selbst das ihrige zu der hohen Sterblichkeitsrate bei ihnen beitragen.“ Er grinste schief.„Ganz besonders in diesen besonderen Zeiten.Na …“ – er nickte herab zu den Soldaten – „… wird Zeit, daß wir uns wieder auf den Weg machen.Hallo Maine, aufgepaßt, jetzt kommen wir.“Jim ging den Hügel hinunter zu seiner Gruppe.Maine, jetzt kommen wir, dachte er.Und dann wieder die Küste hinunter und heim.Und dann wieder hinaus, nach Süden.Die schmutzige, bittere, rauchende Grenze und hinter ihr – die Einheit.Er bemerkte bei sich mehr und mehr, daß seine Motivation sich vom reinen Zweckdenken zur abstrakten Idee einer neuen Nation verschob und zu dem Glauben daran, daß die Zivilisation sich wieder aufrichtete.Aber der Dreck und die Bitterkeit standen davor, und er und Harvey Drumm marschierten mit, hinter Ted Berendtsen her.Sie standen tief in Connecticut und waren auf dem Rückmarsch, auf dem nur noch ein paar Widerstandsnester auszuräumen waren, die sie auf dem Hinweg ausgelassen hatten, als Jack Holland, der jetzt Jims Kompaniechef war, zu ihm kam.Jack war der gleiche selbstsichere, beherrschte Kämpfer geblieben, der er immer gewesen war.Das Wetter hatte sein Gesicht, wie auch das von Jim, gebräunt und gegerbt, und er trug einen alten Armeehelm, aber sonst war er unverändert.Er hatte sein Gewehr noch immer im gleichen Winkel geschultert, und auch sein sicheres Auge war ihm geblieben.Heute aber war sein Gesichtsausdruck zu einer seltsamen Maske erstarrt.Jim sah ihn scharf an [ Pobierz całość w formacie PDF ]
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